eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Ileus

November 1, 2011admin0

Gestörte Peristaltik

Die Störung der Darmperistaltik und in der Folge auch der Darmpassage bezeichnet man als Ileus oder Darmverschluss. Am häufigsten wird dies durch ein mechanisches Hindernis verursacht, man spricht auch vom mechanischen Ileus. Davon abzugrenzen ist der paralytische Ileus, der ohne mechanisches Hindernis zu einer funktionellen Darmlähmung führt.

Ileus

Spiegelbildung im Röntgenbild

Mechanischer Ileus

Beim mechanischen Ileus wir der Dünn- oder Dickdarm meist von außen komprimiert durch operationsbedingte Verwachsungen und Narbenzüge. Diese werden als Briden bezeichnet, der daraus entstehende Ileus als Bridenileus.

Auch eine Obturation des Darmlumens kann zu einem mechanischen Ileus führen, z.B. durch ein Kolonkarzinom verursacht. Weiter unterteilen lässt sich der mechanische Ileus in Formen mit und ohne Gefäßbeteiligung. Letztere sind besonders gefährlich, da durch die Ischämie eine Nekrose der Darmwand und letztlich eine Peritonitis droht.

Der sog. Strangulationsileus kann z.B. durch eine Inkarzeration des Darmes in einer Hernie, durch eine Invagination oder durch einen Volvulus verursacht sein. Letzteres bezeichnet die Verdrehung des Dünndarms um die mesenteriale Achse.

Bei der Invagination des Dünndarms kommt es zu einem teleskopartigen Ineinanderstülpen des Darmes mit dem Ergebnis eines mechanischen Hindernisses und unter Umständen ischämischen Folgen. Dieses Krankheitsbild ist im Kleinkindesalter wesentlich häufiger als bei Erwachsenen, wo es aber dennoch auftreten kann z.B. an Stellen mit Metastasen im Dünndarm.

Bei Vorliegen eins Strangulationsileus ist eine notfallmäßige Operation indiziert. Der mechanische Ileus ohne Gefäßbeteiligung muss in aller Regel ebenfalls operiert werden, allerdings nicht mit derselben Dringlichkeit.

Ein Verschluss des Dickdarms kann längere Zeit asymptomatisch bleiben, während ein hoher Dünndarmileus bereits frühzeitig zu Erbrechen führen wird. Das typische Zeichen eines Ileus ist Stuhlerbrechen, also Miserere und metallisch klingende, hochgestellte Darmgeräusche.

Intraoperativer Situs eines Bridenileus

Single-Port-Video

CT-Bilder des Bridenileus

Paralytischer Ileus

Ein paralytischer Ileus ist ein funktioneller Darmverschluss ausgelöst durch eine Paralyse. Diesen Zustand kann man nicht selten nach abdominalchirurgischen Eingriffen beobachten. Durch die Laparotomie, die Manipulation am Darm und die verabreichten Opiate ist der Darm gelähmt und zeigt wenig bis keine Peristaltik. Durch schonender Operationsverfahren und den zunehmenden Einsatz von unterstützend verwendeten Peridualkathetern in der Abdominalchirurgie kann die Menge der Opiate deutlich reduziert werden, gleichzeitig werden die Patienten schneller mobilisiert und können früher mit der oralen Nahrungsaufnahme beginnen. Dieses sog. Fast-Track-Konzept hat die Rate der postoperativen Darmparalysen deutlich abgesenkt.

Ileuskrankheit

Kommt es in Folge eines Ileus zu einer Stase im Dünndarm steigt die Wandspannung auf Grund der Volumenzunahme ebenfalls deutlich an. Dies führt zu Mikrozirkulationsstörungen in der Darmwand, die  zunächst zur Nekrose und Abstoßung der Mukosa führt. Es kommt zu einer venösen Stauung, die durch die ödematöse Verdickung der Darmwand zu einer Verlängerung der Diffusionsstrecke führt. Die normale Rückresorption von Flüssigkeit und Elektrolyten ist massiv gestört, es kommt zu einer Elektrolytentgleisung und zum Volumenmangel. Durch die Flüssigkeitsequestration in den Dünndarm wird die Darmdistension noch verstärkt, so dass ein circulos vitiosus entsteht.

Allgemeine Chirurgie

August 1, 2011admin0

Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Übertragung von Keimen und Bakterien ist und bleibt das Händewaschen sowie die Händedesinfektion.

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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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