eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Rektum-CA Diagnostik

September 20, 2011admin0

Diagnostik

Von entscheidender Bedeutung für die Therapie des Rektumkarzinoms ist die genaue Festlegung des prätherapeutischen Stadiums eines Tumors, um den Patienten leitliniengerecht optimal behandeln zu können.

Digital rektale Untersuchung

Der erste Schritt dabei die digital rektale Untersuchung, in der neben der o.g. Mason-Klassifikation auch etwas über den Bezug zum Sphinktersystem und die Stärke des Sphinktertonus ausgesagt werden kann.

Koloskopie

Eine komplette Koloskopie gehört zum Standard-Repertoire der Diagnostik. Oft wird hier sogar – im Rahmen von Vorsorgekoloskopien – die Diagnose zufällig gestellt und histologisch gesichert. Bei der Darmspiegelung gilt es, ein gleichzeitig bestehendes Kolonkarzinom zu entdecken, man spricht auch vom synchronen Zweitkarzinom. Dies kann insbesondere bei hereditären Formen des kolorektalen Karzinoms auftreten.

Gelingt die Koloskopie z.B. auf Grund eines stenosierend wachsenden Tumors nicht, so muss sie unbedingt postoperativ nachgeholt werden. Auch nach erfolgreicher Operation sollte mindestens alle 3 Jahre eine Koloskopie erfolgen, um zeitversetzt auftretende Karzinome im Dickdarm (metachrone Zweikarzinome) auszuschließen.

Proktologischer Untersuchungsstuhl

Lokalisation

Die Frage nach der Lokalisation des Rektumkarzinoms ist für den Patienten und auch den Operateur sehr wichtig. Der Abstand zum Sphinkterapparat bestimmt, ob ein Tumor kontinenzerhaltend operiert werden kann und somit die Operationsstrategie. Da Rektumkarzinome meist direkt durch Wand des Rektums hindurchwandern und sich longitudinal nicht sehr weit ausbreiten, ist ein Sicherheitsabstand von ca. 2 cm in der Regel ausreichend. Der Abstand zur Linea dentata sollte für eine kontinenzerhaltende Operation also im Idealfall mehr als 2 cm betragen.

Die Höhenangaben aus der flexiblen Endoskopie sind naturgemäß eher ungenau. Durch die Biegung des Koloskops kann sich leicht eine Ungenauigkeit von 10-20 cm einstellen, im oralen Teil des Kolons sogar noch wesentlich mehr. Eine verlässliche Lokalisationsdiagnostik ist daher mit der Koloskopie nicht zu erreichen.

Rektoskopie

Die Höhenlokalisation sollte daher immer mit einem starren Instrument gemessen werden, mit einem Rektoskop. Hiermit lasen sich sowohl Unter- und Oberrand des Tumors, also die Längsausdehnung, als auch der Abstand zur Linea dentata als Landmarke für die Schließmuskelebene präzise ausmessen.

Falls nicht bereits bei der Endoskopie geschehen, kann auch in der Rektoskopie eine Biopsie entnommen werden. Die Rektumschleimhaut ist schmerzunempfindlich, daher spürt der Patient von so einer Biopsie nur ein dumpfes Zwicken. Sehr gut innerviert und daher extrem schmerzempfindlich ist hingegen das Anoderm. Aus diesem Bereich sollte nur unter suffizienter Betäubung eine Biopsie entnommen werden.

Rektum-CA

Koloskopie & Polypektomie

In diesem Patientenbeispiel wird eine endoskopische Polypektomie im Rektum bei einem sehr großen Polyp gezeigt. Da der Polyp aber sehr gut gestielt war, ließ er sich mit der Diathermieschlinge komplett abtragen, was im Histologieergebnis bestätigt wurde.

Nach der Abtragung wird der Polyp mit der Schlinge gefasst und nach transanal geborgen.

Rektumpolyp

Endosonografie & MRT

Zur Einschätzung der Tiefeninfiltration und dem Befall lokoregionärer Lymphknoten eignet sich gleichermaßen die Endosonografie wie die Magnetresonanztomografie des Beckens. Bei der Sonografie wird ja immer betont, dass sie untersucherabhängig ist, was mit Sicherheit auch stimmt. Erfahrene Diagnostiker erreichen bei der Frage der Tiefeninfiltration eine Genauigkeit von 90%, beim Lymphknotenstaging immerhin noch 70%. Aber auch die MRT ist nicht unabhängig vom Untersucher, für ein gutes Resultat sind die Einstellungen des Gerätes und die verwendete Spule von entscheidender Bedeutung. Ein Aspekt, in der die Kernspinntomografie der Endosonografie überlegen ist, ist die Darstellung der pelvirektalen Hüllfaszien. Der Abstand des Tumors zur Fascia pelvis visceralis ist prognostisch von Bedeutung und könnte in Zukunft die Entscheidung über eine neoadjuvante Vorbehandlung beeinflussen. Lesen Sie mehr zu den aktuellen Trends beim Staging des Rektum-Karzinoms.

Patienten bei denen dieser zirkumferentielle Abstand (engl. circumferential margin = CRM) 1mm unterschreitet oder die pelvirektalen Faszien durchbrochen sind, haben auch nach optimaler Operation ein deutlich erhöhtes Rezidivrisiko. 1

Rektum-CA

Endosonografiebeispiel

Bei diesem Patienten liegt ein lokal fortgeschrittenes Rektumkarzinom im Stadium uT3 uN+ vor. Auf dem Video der Endosonografie kann man die normale 5-Schichtung des Rektums sehen, die aus den Wandschichten und den sonografischen Grenzflächen besteht. Gegen Ende des Clips sieht man bei 6 Uhr eine Raumforderung, die diese Wandschichtung aufhebt.

Der Patient ist neoadjuvant vorbehandelt worden mit einer Langzeitradiochemotherapie über 6 Wochen. Im Anschluss daran konnte der Tumor kontinenzerhalten R0 reseziert werden.

Vergleich der Untersuchungsmethoden

Endosonografie

Endosonografie

In der Endosonografie kann man besonders gut die Ausbreitung des Tumors über die Wanschichten des Rektums sehen.

Normalerweise sieht man fünf Sichten in der Sonografie, den Wandschichten des Rektums entsprechend incl. der sonografischen Grenzschichten.

Auch vergrößerte Lymphknoten sind leicht zu erkennen, wobei dies über die Dignität natürlich nichts aussagt. Auch entzündliche Lymphknoten sind vergrößert, vor allem einige Tage nach einer Biopsie. Dennoch ist jeder vergrößerte LK verdächtig auf eine Metastase und wird dementsprechend als uN+ gewertet.


Tumor uT3 Lymphknoten uN+

Computertomografie

Computertomografie

Die CT dient in erster Linie zur Erfassung einer Fernmetastasierung. Der Primärtumor lässt sich natürlich auch darstellen.

Allerdings reicht die momentane Ortsauflösung nicht für ein zuverlässiges lokales Staging aus.

Vergrößerte Lymphknoten werden als lokoregionäre Lymphknotenmetasten gewerten, auch wenn sich die Dignität im CT nicht sicher klären lässt. Es besteht also eine gewisse Gefahr des overstagings, also dass der Tumor als lokal fortgeschrittener eingestuft wird, als er tatsächlich ist.






Tumor uT3 Lymphknoten uN+

Kernspinntomografie

Kernspinntomografie

In der Darstellung der Infiltrationstiefe, also des “T” in der TNM-Klassifikation ist die MRT gleichwertig mit der Endosonografie.

Ein großer Vorteil der Kernspinntomografie ist jedoch die Darstellung der mesorektalen Hüllfaszien. Die Nähe des Tumors zur Fascia pelvis viszeralis ist von prognostischer Bedeutung.

Diese Lagebeziehung wid durch keine andere Untersuchung so gut herausgearbeitet wie durch die MRT des Beckens.





Tumor uT3 Hüllfaszien

Einteilung

Ursprünglich wurden die Rektum-Karzinome nach der DUKES-Klassifikation eingeteilt, die auf das Jahr 1932 zurückgeht.

In Europa hat diese Einteilung ihre klinische Bedeutung verloren. Die gängigste Einteilung ist die UICC-Einteilung, die sich an der TNM-Klassifikation orientiert.

Stadium 0

Tis N0 M0

Carcinoma in situ ohne Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium 1

T1 N0 M0
T2 N0 M0

Infiltration der Submukosa oder Muscularis propria, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIa

T3 N0 M0

Infiltration der Subserosa, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIb

T4a N0 M0

Infiltration des viszeralen Peritoneums, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIc

T4b N0 M0

Infiltration anderer Organe oder Strukturen, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium III

Jedes T N1 M0
Jedes T N2 M0

Jede Infiltrationstiefe, beliebig viele Lymphknotenmetasten, keine Fernmetastasierung

Stadium IIIa

T1 N1a M0
T2 N1a M0
T1 N2a M0

Infiltration von Submukosa oder Muscularis bei Vorliegen 1er Lymphknotenmetasten
oder
Infiltration der Submukosa bei Vorliegen 2-3 regniärer Lymphknotenmetastasen
und
Keine Fernmetastasierung

Stadium IIIb

T3 N1 M0
T4a N1 M0
T2 N2a M0
T3 N2a M0
T1 N2b M0
T2 N2b M0

Stadium IIIc

T4a N2a M0
T3 N2b M0
T4 N2b M0
T4b N1 M0
T4b N2 M0

Stadium IVa

Jedes T Jedes N M1a

Fernmetastasen in einem Organ

Stadium IVb

Jedes T Jedes N M1b

Fernmetastasen in mehreren Organen

TNM 7 2009 – deutsche Auflage 2010

TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis Carcinoma in situ
T1 Submukosa
T2 Muscularis propria
T3 Subserosa, nicht peritonealisiertes perikolischen/perirektales Gewebe
T4a viszerales Peritoneum
T4ab Infiltration anderer Organe oder Strukturen
T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

NX Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 Keine regionären Lymphknotenmetastasen
pN0 Regionäre Lymphadenektomie und histologische Untersuchung üblicherweise von 12 oder
mehr Lymphknoten ohne Befund
N1 Metastasen in 1–3 regionären Lymphknoten
N1a Metastasen in 1 Lymphknoten
N1b Metastasen in 2-3 Lymphknoten
N1c Tumorknötchen (Satelitten) im Fettgewebe der Subserosa ohne Lymphknotenmetastasen
N2a Metastasen in 4–6 regionären Lymphknoten
N2b Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

MX Fernmetastasen können nicht beurteilt werde
M0 Keine Fernmetastasen
M1a Fernmetastasen in einem Organ
M1b Fernmetastasen in mehreren Organen

CT Thorax/Abdomen

Die Frage nach Fernmetastasen lässt sich am ehesten mit einer Computertomografie des Thorax und des Abdomens beantworten. Der Hauptlymphabfluss geht über das portocavale Venensystem über Vena mesenterica inferior. Der untere Anteil des rektalen Venenplexus drainiert aber direkt in die Vena cava und kann damit das Stromgebiet der Leber umgehen. Dies ist nicht nur ein Grund, warum rektal applizierte Medikamente schnell anfluten, in dem sie den „first pass effect“ der Leber umgehen, es ist auch der Grund, warum bei einem Rektumkarzinom zuerst Lungenmetastasen auftreten können.

Nach den gültigen Leitlinien ist auch eine Sonografie des Abdomens und ein Röntgen-Thorax-Bild ausreichend, allerdings ist die CT mittlerweile beinahe überall kostengünstig verfügbar und der mögliche Strahlenschaden im Vergleich zu übersehenen Metastasen als nachranging anzusehen.

Tumormarker

Die Abnahme des Tumormarkers CEA dient vor der Operation zur Bestimmung eines Ausgangswertes. Fällt dieser Wert nach einer R0-Resektion ab, so kann ein erneuter Anstieg auf ein Rezidiv oder eine Metastasierung hinweisen. Als Screeningparameter ist das CEA ungeeignet.

Magenkarzinom_Symptomatik_Diagnostik

September 10, 2011admin0

Symptomatik

Das völlige Fehlen von Frühsymptomen macht ein rechtzeitiges Erkennen eines Magenkarzinoms enorm schwer. Frühe Formen sind daher die Ausnahme und meist Zufallsbefunde. Unspezifische Oberbauchschmerzen sollten daher differentialdiagnostisch auch immer mittels Endoskopie abgeklärt werden, die eine hohe Sensitivität für das Erkennen eines Magenkarzinoms aufweist.
Patienten mit einem oder mehreren der folgenden Alarmsymptome im klinischen Zusammenhang mit einem V. a. Ösophagus- oder Magenkarzinom sollten zu einer frühzeitigen Endoskopie mit Entnahme von Biopsien überwiesen werden:

  • Dysphagie
  • rezidivierendes Erbrechen
  • Inappetenz
  • Gewichtsverlust
  • Gastrointestinale Blutung

AEG-Klassifikation

Die Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs werden nach der AEG-Klassifikation in distale Ösophaguskarzinome (AEG I), Kardiakarzinome (AEG II) und subkardiale Karzinome (AEG III) eingeteilt. Dies hat bei der Wahl des Operationsverfahren entscheidende Auswirkung auf das Resektionsausmaß. AEG III-Tumoren erfordern eine Gastrektomie, AEG II-Tumore eine transhiatal erweiterte Gatrektomie und AEG-I-Befunde eine Ösopagusresektion.

Diagnostik

Endoskopie

Die Untersuchungsmethode der Wahl ist die Endoskopie. Sie erlaubt eine makroskopische und histologische Diagnosestellung sowie eine sichere Lokalisation des Befundes. Durch die Ergänzung durch die endoskopische Ultraschalluntersuchung kann eine lokale Ausbreitungsdiagnostik erfolgen. Schwerer zu beurteilen ist in der Endosonografie die regionale Lymphknotenmetastasierung.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Albertinen-Krankenhaus in Hamburg

Exophytisch wachsender Tumor

Szirrhöser Tumor

Sonografie

Die perkutane Sonografie des Halses kann beim Magenkarzinom bei klinischem Verdacht auf eine Lymphknotenmetastasierung erfolgen und sollte bei AEG-Tumoren ergänzend zum Staging eingesetzt werden. An der Einmündung des ductus cephalicus in die Vena subclavia kann eine Lymphknotenmetastasierung vorliegen, man spricht vom sog. Virchow-Lymphknoten.

CT Abdomen mit Magen-CA

PET-CT (TAUSCHEN !!!!)

Computertomografie

Die Ausbreitungsdiagnostik wird durch eine Computertomografie des Thorax und des Abdomens ermöglicht. Mit dieser Untersuchung lassen sich heutzutage auch Aussagen über die Lymphknotenmetastasierung treffen. Eine Metastasierung bis in die paraaortalen und mesenterialen Lymphknoten, das sog. DIII-Segment wird dabei prognostisch wie eine Fernmetastase gewertet.

Bei speziellen Fragestellung kann eine PET-CT zum Ausschluss von Lymphknotenmetastasen herangezogen werden, dies ist aber den AEG-Tumoren vorbehalten und hat beim Magen-Ca keinen routinemäßigen Stellenwert.

Staging-Laparoskopie

Die Metastasierung eines Magenkarzinoms kann neben hämatogenen und lymphogenen Wegen auch per continuitatem als Pertitonealkarzinose auftreten. Diese ist insbesondere wenn sie noch in begrenztem Ausmaß vorliegt, auf CT-Bildern nur schwer zu erkennen. Für das therapeutische Vorgehen hat das Vorliegen einer Peritonealkarzinose aber eine entscheidende Bedeutung. Eine kurative Resektion ist dann nicht mehr möglich und dem Patienten kann in aller Regel eine Laparotomie erspart werden. Palliative Resektion sollten beim Magenkarzinom nicht durchgeführt werden, es sei denn, eine therapierefraktäre Obstruktion oder Blutung zwingt dazu. Um eine Peritonealkarzinose vor einer Gastrektomie auszuschließen, kann eine Staging-Laparoskopie durchgeführt werden. Hierbei lassen sich auch eventuell zuvor übersehene Lebermetastasen entdecken und eine Spülzytologie entnehmen. Falls hier maligne Zellen gefunden werden, korreliert das mit einer schlechteren Prognose, ändert aber nicht das therapeutische Vorgehen.

Es gibt keine Evidenz für einen Nutzen der Bestimmung von Tumormarkern. Viele verschiedene Studien untersuchten die Bedeutung verschiedener Marker, von den bekannten Markern CEA, Ca19 – 9 und Ca72 – 4 bis hin zu neueren Markern, die auch Hinweise auf den Tumormetabolismus oder pathophysiologische Veränderungen des Magens im Rahmen der Karzinogenese (Pepsinogen) erlauben sollten. Für alle diese Marker muss festgestellt werden, dass die berichtete Sensitivität und Spezifität für die Primärdiagnostik nicht ausreicht, sie sind daher als Screening oder Staging-Mittel ungeeignet.

Breischluck-Untersuchungen sind für das Staging von Tumoren des Magens oder ösophagogastralen Übergangs nicht geeignet. Die Fragen der Höhenlokalisation des Tumors kann durch Endoskopie und CT-Rekonstruktionstechniken hinreichend beantwortet werden.

Interessieren Sie sich für die aktuellen Diagnostik- und Therapiestandards beim Magenkarzinoms? Dann lesen Sie doch mal die S3-Leitlinie.

S3-Leitlinie

Diagnostik

August 6, 2011admin0

Endoskopie

Diagnostikmethode der ersten Wahl.

  • Biopsie
  • Stenose
  • Abstand zur Frontzahnreihe
  • Bezug zum gastro-ösophagealem Übergang

Röntgen-Kontrasmittel

Auch in der KM-Darstellung des Ösophagus lassen sich typische Veränderungen sehen.Eine Aussparung des Kontrasmittels oder eine Stenose sprechen dabei für ein lokal fortgeschrittenes Geschehen.

Endosonografie

Zum lokalen Staging und zur Abschätzung der Eindringtiefe in die Wand des Ösophagus dient die Endosonografie.Auch möglicherweise befallene Lymphknoten lassen sich darstellen.

Wandaufbau Ösophagus

Der Wandaufbau des Ösophagus gliedert sich in Mukosa mit Lamina propria und Lamina muscularis mucosae, Tela Submukosa, Tunika muscularis mit Stratum circulare und Stratum longitudinale und die Tunica Adventitia. Angrenzend daran liegen die Nachbarstrukturen des Ösophagus.
Nach der TNM-Klassifikationen werden T1a Tumoren durch Infiltriatin der Mukosa bis in die Lamina muscularis mucosae definiert. Die T1b Tumoren infiltrieren in die Submukosa, wobei drei unterschiedliche Eindringtiefen unterschieden werden T2-Tumore beziehen sich auf die Muscularis, T3 erreichen die Adventitia und T4-Tumoren infiltrieren Nachbarorgane.



Staging

Die Einteilung der Ösophaguskarzinome erfolgt nach den Regeln der UICC. Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen unterscheiden sich Plattenepithel- und Adenokarzinome.

Während bei ersteren bereits sehr früh und ab einer geringen Eindringtiefe Lymphknotenmetastasen auftreten, ist die Rate bei den Adenokarzinomen geringer. Eine mögliche Eklärung dafür ist die Obstruktion der Lymphwege durch chronische Entzündungen bei langjährig bestehender Refluxösophagitis.

UICC O

Tis N0 M0

Carcinoma in situ ohne Lymphknoten- oder Fernmetastasen

UICC Ia

T1a N0 M0
T1b N0 M0

T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa (3 Eindringtiefen)
sm1
sm2
sm3

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC Ib

T2 N0 M0

T2 Tumor infiltriert Muscularis propria

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC IIa

T3 N0 M0

T3 Tumor infiltriert Adventitia

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC IIb

T1 N1 M0
T2 N1 M0

T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria

N1 Metastasen in 1–2 regionären Lymphknoten

UICC IIIa

T4 N0 M0
T3 N1 M0
T1 N2 M0
T2 N2 M0

T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea
T3 Tumor infiltriert Adventitia
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria
T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa

N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten

UICC IIIb

T3 N2 M0

T3 Tumor infiltriert Adventitia
N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten
M0 Keine Fernmetastase

UICC IIIc

T4a N1/N2 M0
T4b jedes N M0
Jedes T N3 M0

T4a Tumor infiltriert Pleura, Perikard oder Zwerchfell
T4b Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

N3 Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

UICC IV

Jedes T Jedes N M1

M1 Fernmetastasen

TNM 7 2009 – deutsche Auflage 2010

TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis Carcinoma in situ
T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria
T3 Tumor infiltriert Adventitia
T4 Tumor infiltriert Nachbarstrukturen
T4a Tumor infiltriert Pleura, Perikard oder Zwerchfell
T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

NX Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 Keine regionären Lymphknotenmetastasen
pN0 Regionäre Lymphadenektomie und histologische Untersuchung üblicherweise von 6 oder
mehr Lymphknoten ohne Befund
N1 Metastasen in 1–2 regionären Lymphknoten
N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten
N3 Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

MX Fernmetastasen können nicht beurteilt werde
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen

CT Thorax/Abdomen

Die Computertomografie kann beim Staging des Ösophaguskarzinoms vom Tumor befallene Lymphknoten und eventuell vorliegende Fernmetastasen erkennen.

Ösophagus-CA

Plattenepithel-CA Ösophagus

FDG-PET

Eine Positronenemmisonstomografie mit Fluorodeoxyglukose bietet vor allem in Kombination mit einem CT zusätzliche Genauigkeit bei der Detektion von befallenen Lymphknoten oder Fernmetastasen1

Optionale Untersuchungen

    • Bronchoskopie zum Ausschluss einer ösophagobronchialen Fistel
    • Staging-Laparoskopie zum Ausschluss einer Peritonealkarzinose
    • Untersuchungen zur Risikostratifizierung

 

  • Tumormarker nur im Verlauf (Platte: SCC, Adeno: CEA)

Literaturangaben

  1. Kato H, Miyazaki T, Nakajima M, Takita J, Kimura H, Faried A, Sohda M, Fukai Y, Masuda N, Fukuchi M, Manda R, Ojima H, Tsukada K, Kuwano H, Oriuchi N, Endo K. The incremental effect of positron emission tomography on diagnostic accuracy in the initial staging of esophageal carcinoma. Cancer. 2005 Jan 1;103(1):148-56. PMID: 15558794.
Gästebuch
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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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