eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Klinik & Symptomatik

Das Problem der Kolonkarzinome ist, dass sie eher später als früh Symptome verursachen und dann meistens auch sehr unspezifische. Schmerzen und abdominelle Koliken können auftreten ebenso wie Müdigkeit und Jede Veränderung der Stuhlgewohnheiten sollte auf ein Karzinom abgeklärt werdenLeistungsknickt. Blutbeimengungen im Stuhl sowie Wechsel der Stuhlgewohnheit sind weitere Hinweise. Die klassischen paradoxen Diarrhoen werden durch Stenosen verursacht und sind eher ein Spätsymptom. Bleistiftdünne Stühle werden durch distale Stenosen, also am ehesten von Rektumkarzinomen verursacht.

Polypöses Kolonkarzinom

Semizirkuläres Kolonkarzinom

Stenosierendes Kolonkarzinom

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Albertinen-Krankenhaus Hamburg

Diagnostik

Das Mittel der Wahl zur Diagnostik eines Kolonkarzinoms ist die Endoskopie. Da die Symptome eher unspezifisch uns spät auftreten, wird häufig im Rahmen von Vorsorgekoloskopien die Diagnose gestellt. Der Endoskopiker kann den Stenosegrad eines Karzinoms, den Wachstumstyp und die ungefähre Lokalisation eines Tumors angeben. Es sollte auch immer abgeklärt werden, ob ein multifokaler Befund vorliegt, man spricht auch von einem synchronen Zweitkarzinom.

Lässt sich der Tumor nicht mit dem Endoskop passieren, sollte eine komplette Koloskopie zeitnah nach der Operation wiederholt werden, sofern Kolon im Körper verbleibt, das bei der initialen Diagnostik nicht eingesehen werden konnte. Darüber hinaus ist die histologische Sicherung und das Abtragen von eventuell zusätzlich vorliegenden Polypen möglich. 

Standarddiagnostik Endoskopie

Die Endosonografie spielt beim Kolon-Karzinom eher eine untergeordnete Rolle, zum Einen, weil sie technisch wesentlich aufwendiger ist als im Rektum, zum Anderen, weil sich keine wirkliche therapeutische Konsequenz daraus ergibt, da Kolonkarzinome im Gegensatz zu Tumoren im Rektum nicht neoadjuvant vorbehandelt werden.

Rektumpolyp
Beispiel einer koloskopischen Polypektomie

Staging

Bei nachgewiesenem Kolonkarzinom wir zum Ausschluss von Fernmetastasen eine Computertomografie des Thorax und des Abdomens durchgeführt.

Nach den Leitlinien ist auch eine Sonografie der Leber und ein Röntgenbild des Thorax ausreichend, allerdings ist die CT mittlerweile so kostengünstig und fast überall direkt verfügbar, so dass sie sich als gängige Praxis durchgesetzt hat.

Stadium 0

Tis N0 M0

Carcinoma in situ ohne Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium 1

T1 N0 M0
T2 N0 M0

Infiltration der Submukosa oder Muscularis propria, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIa

T3 N0 M0

Infiltration der Subserosa, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIb

T4a N0 M0

Infiltration des viszeralen Peritoneums, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium IIc

T4b N0 M0

Infiltration anderer Organe oder Strukturen, keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Stadium III

Jedes T N1 M0
Jedes T N2 M0

Jede Infiltrationstiefe, beliebig viele Lymphknotenmetasten, keine Fernmetastasierung

Stadium IIIa

T1 N1a M0
T2 N1a M0
T1 N2a M0

Infiltration von Submukosa oder Muscularis bei Vorliegen 1er Lymphknotenmetasten
oder
Infiltration der Submukosa bei Vorliegen 2-3 regniärer Lymphknotenmetastasen
und
Keine Fernmetastasierung

Stadium IIIb

T3 N1 M0
T4a N1 M0
T2 N2a M0
T3 N2a M0
T1 N2b M0
T2 N2b M0

Stadium IIIc

T4a N2a M0
T3 N2b M0
T4 N2b M0
T4b N1 M0
T4b N2 M0

Stadium IVa

Jedes T Jedes N M1a

Fernmetastasen in einem Organ

Stadium IVb

Jedes T Jedes N M1b

Fernmetastasen in mehreren Organen

TNM 7 2009 – deutsche Auflage 2010

TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis Carcinoma in situ
T1 Submukosa
T2 Muscularis propria
T3 Subserosa, nicht peritonealisiertes perikolischen/perirektales Gewebe
T4a viszerales Peritoneum
T4ab Infiltration anderer Organe oder Strukturen
T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

NX Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 Keine regionären Lymphknotenmetastasen
pN0 Regionäre Lymphadenektomie und histologische Untersuchung üblicherweise von 12 oder
mehr Lymphknoten ohne Befund
N1 Metastasen in 1–3 regionären Lymphknoten
N1a Metastasen in 1 Lymphknoten
N1b Metastasen in 2-3 Lymphknoten
N1c Tumorknötchen (Satelitten) im Fettgewebe der Subserosa ohne Lymphknotenmetastasen
N2a Metastasen in 4–6 regionären Lymphknoten
N2b Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

MX Fernmetastasen können nicht beurteilt werde
M0 Keine Fernmetastasen
M1a Fernmetastasen in einem Organ
M1b Fernmetastasen in mehreren Organen

Gästebuch
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Daniela
(Dienstag, Apr 15. 2014 12:20 PM)
Ein grosses Lob für die Arbeit. Die Seite ist sehr verständlich und einprägsam aufgebaut. Sollten sich die Lehrbücher ein Beispiel dran nehmen;)
VeSoT
(Samstag, Feb 15. 2014 10:54 AM)
An meiner Uni gab es nur Vorlesungen wechselhafter Qualität!
Die Seite hilft mir gerade bei der Vorbereitung fürs Hammerexamen!
Wirklich klasse dass so viel Engagement gezeigt wird, ist wirklich etwas Besonderes!
Studi
(Donnerstag, Feb 13. 2014 07:44 AM)
Dann und wann hat sich ein kleiner Rechtschreibfehler eingeschlichen. Aber ansonsten eine Super Seite! Ich freu mich schon, wenn alle Copyrights geklärt sind ;)
line
(Montag, Feb 10. 2014 11:09 PM)
TOP! Danke!
Frank
(Mittwoch, Jan 8. 2014 01:25 PM)
Morbus Crohn ist heilbar

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Dr. med. A. Wierlemann Oberdürrbacherstr. 6

97080 Würzburg

Email: Wierlemann_A@chirurgie.uni-wuerzburg.de

www.zom-wuerzburg.de www.chirurgievorlesung-wuerzburg.de
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