Schilddrüsenkarzinom
Einleitung
Bei den bösartigen Tumoren der Schilddrüse wird zwischen den differenzierten und undifferenzierten Karzinomen unterschieden. Daneben gibt es auch noch die C-Zell-Karzinome, die mit 5-10% aber am seltensten vorkommen.
Von den differenzierten Schilddrüsenkarzinomen sind am häufigsten mit 40% die papillären SD-Karzinome, die überwiegend lymphogen metastasieren, gefolgt von den follikulären Karzinomen (30%), die vorwiegend hämatogen streuen. Die Prognose der differenzierten SD-Karzinome ist sehr gut, selbst bei metastasierten Befunden. Dank der guten operativen Therapiemöglichkeit und der Nachbehandlung mit Radiojod liegt die 10-Jahresüberlebensrate bei papillären T1-T3 Tumoren bei nahezu 100%.
Wesentlich schlechter ist die Prognose beim anaplastischen SD-Karzinom, das zu den undifferenzierten Karzinomen zählt. Diese sehr schnell wachsende Form des Schilddrüsenkarzinoms ist sehr schlecht zu therapieren. Selbst bei einer radikalen Operation kommt es oft sehr früh zu einem Rezidiv. Da die Zellen komplett entdifferenziert sind und nicht mehr am Jodstoffwechsel teilnehmen, ist eine Radiojodtherapie als Behandlungsoption nicht möglich.
Diagnostik
In der Songrafie können die Knoten ausgemessen und bezüglich ihres Echobinnenmusters beurteilt werden, die Größe der Schilddrüse und eventuell die Lage der Nebenschilddrüsen können beschrieben werden.
Mit der Szintigrafie wird die Stoffwechselaktivität der Schilddrüse gemessen. Areale mit erhöhten Aktivität werden als heiße Knoten bezeichnet und sprechen eher für eine fokale Autonomie. Kalte Knoten sind Bereiche mit verminderter
Mit einer Feinnadelbiopsie kann versucht werden, präoperativ eine histologische Klärung zu erreichen, allerdings ist diese Untersuchungsmethode nicht unumstritten, da ein negativer Befund nie ein Karzinom ausschließt und jede positive Histologie durch eine Operation endgültig abgeklärt werden muss.
Als Tumormarker für die Verlaufsbeobachtung nach einer Operation eignen sich beim follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinom die Laborparameter Thyreoglobulin und CEA. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom kann das Calcitonin als Tumormarker verwendet werden. Das
Das C-Zellkarzinom tritt familiär gehäuft auf, davon unterscheidet man eine sporadische Form. Bei den hereditären Formen tritt es oft in Kombination mit anderen endokrinen Neoplasien auf, im Rahmen des Sog. MEN II-Snydroms. Hier ist es vergesellschaftet mit Phäochromozytom und Hyperparathyreoidimus.
Operation
Findet sich erst in der endgültigen Histologie das Malignom, sollte einer erneute Operation so bald wie möglich erfolgen, um Verklebungen an der Schilddrüse zu vermeiden, die die Gefahr einer Reccurrensparese deutlich erhöht.
Nachbehandlung
Bei follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinomen kann adjuvant eine Radiojodtherapie durchgeführt werden, da diese Tumore am normalen Jodstoffwechsel teilnehmen. Voraussetzung ist, dass die gesamte Schilddrüse operativ entfernt wurde. Durch die dadurch entstehende Unterfunktion wird das TSH hochreguliert und eventuell im Körper verbliebende Absiedelungen von Karzinomzellen maximal stimuliert, Jod aufzunehmen. Ohne zu wissen, wo diese Mikrometastasen lokalisiert sind, können sie durch die Radiojodtherapie effektiv und gezielt zerstört werden. Durch die Aufnahme des radioaktiven Jods in die Zelle kann eine Schädigung des umgebenden Gewebes weitgehend verhindert werden. Das Jod fungiert dabei als Beta-Strahler, diese Strahlung wird bereits durch die Zelle selber weitgehend abgeschirmt, so dass sie tatsächlich von innen heraus zerstört wird.
Bei Karzinomen, die kein Jod aufnehmen, wie beispielsweise das C-Zell-Karzinom oder das anaplastische Karzinom bleibt nur die perkutane Bestrahlung. Diese setzt natürlich eine gewisse Größe einer Metastase voraus, um sie einerseits erkennen und andererseits gezielt bestrahlen zu können.
Endokrine Chirurgie
Mit dem Ultraschall kann man die Größe der Schilddrüse bestimmen und Knotenbefunde erheben.
Neben der Anzahl und Lokalisation der Knoten kann etwas über ihre Beschaffenheit ausgesagt werden und das Binnenechomuster. Dies kann erste Hinweise auf die Dignität eines Befundes liefern…Weiterlesen
Mit Hilfe von Technetium-Pertechnetat kann die Stoffwechselaktivität eines auffälligen Befundes beurteilt werden…Weiterlesen
Die endgültige Dignität kann nur durch den Pathologen festgelegt werden…Weiterlesen
Patientenbeispiel
Bei dieser jungen Frau wurde ein adrenales Cushing-Syndrom festgestellt. Die Diagnosenstellung gelang nach einer längeren Odyssee letztlich im CT. Unten sehen sie das CT-Bild des Nebennierenadenoms.
Rechts sehen Sie die Patientin unmittelbar vor der laparoskopischen Adrenalektomie und 6 Monate danach.
Eindrucksvoll ist die Rückbildung des ausgeprägten Vollmondgesichts und des Stiernackens.
Lesen Sie mehr über Morbus Cushing…
Struma benigna
Schilddrüsen-CA
Nebenschilddrüsen
Hyperthyreose
Nebenniere









