eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Therapie

August 7, 2011admin0
Mutlimodale Therapie des Ösophaguskarzinoms

Multimodale Therapie

Der prognostisch entscheidende Schritt in der Behandlung des Ösophaguskarzinoms ist die radikale chirurgische Resektion zusammen mit der systematischen Lymphknotenentfernung. Das erkannte Theodor Billroth bereits 1890, der konstatierte:

Die Therapie des Ösophaguskarzinoms gehört in die Hand des Chirurgen

Nichts desto trotz ist die Therapie heute in multimodale Konzepte eingebettet, in der Strahlen- und Chemotherapie ebenso eine wichtige Rolle spielen wie endoskopische Verfahren.

Technische Oberabilität

Prinzipielle Voraussetzungen

Jeder operativen Maßnahme beim Ösophaguskarzinom müssen zwei prinzipielle Grundüberlegungen vorausgehen: Ist der Tumor resektabel, d.h. technisch vollständig resezierbar und ist der Patient vom Allgemeinzustand in der Lage, eine Operation zu überstehen. Man könnte neben der technischen Operabilität auch von der funktionellen Operabilität sprechen. Da insbesondere Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom häufig an schweren Nebenerkrankungen leiden, ist die Risikoabschätzung sehr wichtig.

Dazu dienen Risiko-Scoresysteme, die die kardiopulmonale Situation der Patienten aber auch Faktoren wie die Compliance berücksichtigen. Mehr unter Anamnese & Klinik

Funktionelle Operabilität

Stadienadaptierte Therapie

Die vollständige Entfernung des Tumors ist das Ziel jedes chirurgischen Eingriffs beim Ösophaguskarzinom. Erscheint eine R0-Resektion bei lokal fortgeschrittenen Tumoren primär nicht erreichbar, wird eine neoadjuvante Chemotherapie bzw. Radiochemotherapie vorgeschaltet. Je nach Ansprechen kann eventuell eine sekundäre Resektabilität erreicht werden. Dazu wird im Rahmen des Restagings die Response des Tumors auf die Neoadjuvanz geklärt. Sollte der Patient aus funktionell inoperabel sein wird eine definitive Radiotherapie bzw. Radiochemotherapie durchgeführt. In Situationen mit irresketablen Tumoren oder bei Vorliegen von Fernmetastasen bleibt die palliative Therapie mit “best supportive care”

Therapiealgorithmus kurativ
Therapiealgorithmus palliativ

Lokal limitierte Resektionsverfahren bleiben den sehr frühen Stadien des Adeno-Ca vorbehalten. Bereits bei Infiltration der Submukosa steigt das Risiko von Lymphknotenmetastasen deutlich an, so dass bei einer endoskopischen Mukosaresektion keine ausreichende Radikalität gegeben ist. Bei Plattenepithelkarzinomen scheidet eine lokal limitierte Therapie ebenfalls aus, das es häufig zu einer longitudinalen submukösen Lymphangiomatosis carcinomatosa kommt.

Chirurgische Therapie

Das Ziel der chirurgischen Behandlung des Ösophaguskarzinoms ist die subtotale Resektion der Speiseröhre und Entfernung der regionalen Lymphknoten. Eine Ausnahme bilden frühe Stadien von Adenokarzinomen, bei denen eine limitierte Resektion des distalen Ösophagus und des gastroösophagealen Übergangs gerechtfertigt sein kann. Bei in-situ Karzinomen ist die endoskopische Mukosaresektion eine Option, wenn man berücksichtigt, dass bereits aber eine geringen submukösen Eindringtiefe Lymphknotenmetastasen auftreten können und eine ausreichende Radikalität dann nicht mehr gegeben ist.

Der Resektion folgt dann die Rekonstruktion der Nahrungspassage. Hierbei stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, es kann beispielsweise ein Magenschlauch als Ösophagusersatz verwendet werden oder ein Koloninterponat zum Einsatz kommen. Die Operation eines Ösophaguskarzinoms ist also ein “Zwei-Höhlen-Eingriff” bei dem thorakal reseziert und abdominell rekonstruiert wird. Insbesondere die Thorakotomie birgt jedoch ein nicht unerhebliches Morbiditätsrisiko für cardiopulmonal vorbelastete Patienten. Um das Risiko für den Patienten zu verringern, ist es daher möglich, die Resektion des Ösophagus ohne Thorakotomie vorzunehmen.
Zwei-Höhlen-Strategie
Thorakotomie
transhiataler Zugang

Zwei-Höhlen-Eingriff

Dabei wird von abdominell über einen transhiatalen Zugang präpariert und über eine zusätzliche zervikale Inzision die Präparation stumpf komplettiert. Dies hilft, insbesondere pulmonale Komplikationen postoperativ zu vermeiden. Allerdings ist die begleitende Lymphadenektomie nicht in gleichem Ausmaß möglich, so dass hier Kompromisse eingegangen werden müssen. Während das Ausmaß der abdominellen Lymphadenektomie bei beiden Verfahren identisch ist, werden beim transhiatalen Zugang weniger thorakale Lymphknoten mitentfernt. Dies ist möglicherweise auch der Grund für ein schlechteres Overall-survival bei Patienten, die eine transhiatale Resektion erhalten haben.1,2

Sicherheitschirurgie

Bei Patienten, die präoperativ eine Radio- oder Chemotherapie erhalten haben, kann unter dem Aspekt der Sicherheitschirurgie auch ein zweizeitiges Vorgehen gewählt werden. Im ersten Schritt erfolgt die rechst-thorakale Ösophagusresektion mit mediastinaler Lymphadenektomie, die Rekonstruktion wird frühestens eine Woche später durchgeführt unter der Annahme, dass dann das hintere Mediastinum bereits hinreichend verklebt ist, so dass selbst beim Auftreten einer Anastomoseninsuffizienz nicht mit einer für den Patienten sehr bedrohlichen Mediastinitis zu rechnen ist. Die Ernährung wird in dieser Zeit über eine vorübergehend angelegt PEG-Sonde durchgeführt, also eine durch die Bauchwand führende Ernährungssonde, die im Magen zu liegen kommt.

Magenschlauch
Koloninterponat

Rekonstruktion

Um den entstandenen Defekt nach der Ösophagusresektion zu rekonstruieren stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl. Beim Magenhochzug wird mit einem Klammernahtgerät ein schlanker Magenschlauch gebildet. Die große Kurvatur bleibt dabei erhalten, der Magenschlauch wird daher über die A. gastroepiploica dextra mit Blut versorgt.
Um die Möglichkeit zu haben, alternativ das Kolon als Interponat zu nutzen, sollte vor einer Ösophagusresektion eine Koloskopie durchgeführt werden, um Pathologien in diesem Bereich auszuschließen. Das Kolon transversum ist dabei ebenso wie das rechte Hemikolon als Interponat geeignet.
Das Rekonstruktion der Nahrungspassage kann im originären Bett der Speiseröhre erfolgen, also mediastinal. Dies bietet die bessere postoperative Schluckfunktion. Alternativ kann das Interponat extraanatomoisch retrosternal oder sogar antesternal durchgezogen werden, dies macht vor allem dann Sinn, wenn eine Nachbestrahlung geplant ist. Die Anastomose kann mittels Handnaht oder maschinell mit Stapler-Klammernahtgeräten durchgeführt werden. Die Anastomose kann dabei zervikal oder intrathorakal zum Liegen kommen, was sich als internationaler Standard durchgesetzt hat.


Literaturangaben

  1. Hulscher JB, van Sandick JW, de Boer AG, Wijnhoven BP, Tijssen JG, Fockens P, Stalmeier PF, ten Kate FJ, van Dekken H, Obertop H, Tilanus HW, van Lanschot JJ. Extended transthoracic resection compared with limited transhiatal resection for adenocarcinoma of the esophagus. N Engl J Med. 2002 Nov 21;347(21):1662-9. PMID: 12444180.
  2. Omloo JM, Lagarde SM, Hulscher JB, Reitsma JB, Fockens P, van Dekken H, Ten Kate FJ, Obertop H, Tilanus HW, van Lanschot JJ. Extended transthoracic resection compared with limited transhiatal resection for adenocarcinoma of the mid/distal esophagus: five-year survival of a randomized clinical trial. Ann Surg. 2007 Dec;246(6):992-1000; discussion 1000-1. PMID: 18043101.

Diagnostik

August 6, 2011admin0

Endoskopie

Diagnostikmethode der ersten Wahl.

  • Biopsie
  • Stenose
  • Abstand zur Frontzahnreihe
  • Bezug zum gastro-ösophagealem Übergang

Röntgen-Kontrasmittel

Auch in der KM-Darstellung des Ösophagus lassen sich typische Veränderungen sehen.Eine Aussparung des Kontrasmittels oder eine Stenose sprechen dabei für ein lokal fortgeschrittenes Geschehen.

Endosonografie

Zum lokalen Staging und zur Abschätzung der Eindringtiefe in die Wand des Ösophagus dient die Endosonografie.Auch möglicherweise befallene Lymphknoten lassen sich darstellen.

Wandaufbau Ösophagus

Der Wandaufbau des Ösophagus gliedert sich in Mukosa mit Lamina propria und Lamina muscularis mucosae, Tela Submukosa, Tunika muscularis mit Stratum circulare und Stratum longitudinale und die Tunica Adventitia. Angrenzend daran liegen die Nachbarstrukturen des Ösophagus.
Nach der TNM-Klassifikationen werden T1a Tumoren durch Infiltriatin der Mukosa bis in die Lamina muscularis mucosae definiert. Die T1b Tumoren infiltrieren in die Submukosa, wobei drei unterschiedliche Eindringtiefen unterschieden werden T2-Tumore beziehen sich auf die Muscularis, T3 erreichen die Adventitia und T4-Tumoren infiltrieren Nachbarorgane.



Staging

Die Einteilung der Ösophaguskarzinome erfolgt nach den Regeln der UICC. Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen unterscheiden sich Plattenepithel- und Adenokarzinome.

Während bei ersteren bereits sehr früh und ab einer geringen Eindringtiefe Lymphknotenmetastasen auftreten, ist die Rate bei den Adenokarzinomen geringer. Eine mögliche Eklärung dafür ist die Obstruktion der Lymphwege durch chronische Entzündungen bei langjährig bestehender Refluxösophagitis.

UICC O

Tis N0 M0

Carcinoma in situ ohne Lymphknoten- oder Fernmetastasen

UICC Ia

T1a N0 M0
T1b N0 M0

T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa (3 Eindringtiefen)
sm1
sm2
sm3

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC Ib

T2 N0 M0

T2 Tumor infiltriert Muscularis propria

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC IIa

T3 N0 M0

T3 Tumor infiltriert Adventitia

N0 Keine Lymphknotenmetastasen
M0 Keine Fernmetastasen

UICC IIb

T1 N1 M0
T2 N1 M0

T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria

N1 Metastasen in 1–2 regionären Lymphknoten

UICC IIIa

T4 N0 M0
T3 N1 M0
T1 N2 M0
T2 N2 M0

T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea
T3 Tumor infiltriert Adventitia
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria
T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa

N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten

UICC IIIb

T3 N2 M0

T3 Tumor infiltriert Adventitia
N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten
M0 Keine Fernmetastase

UICC IIIc

T4a N1/N2 M0
T4b jedes N M0
Jedes T N3 M0

T4a Tumor infiltriert Pleura, Perikard oder Zwerchfell
T4b Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

N3 Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

UICC IV

Jedes T Jedes N M1

M1 Fernmetastasen

TNM 7 2009 – deutsche Auflage 2010

TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis Carcinoma in situ
T1 Tumor infiltriert Lamina propria, Muscularis mucosae oder Submukosa
T1a Tumor infiltriert Lamina propria oder Muscularis mucosae
T1b Tumor infiltriert Submukosa
T2 Tumor infiltriert Muscularis propria
T3 Tumor infiltriert Adventitia
T4 Tumor infiltriert Nachbarstrukturen
T4a Tumor infiltriert Pleura, Perikard oder Zwerchfell
T4 Tumor infiltriert andere Nachbarstrukturen wie Aorta, Wirbelkörper oder Trachea

NX Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 Keine regionären Lymphknotenmetastasen
pN0 Regionäre Lymphadenektomie und histologische Untersuchung üblicherweise von 6 oder
mehr Lymphknoten ohne Befund
N1 Metastasen in 1–2 regionären Lymphknoten
N2 Metastasen in 3–6 regionären Lymphknoten
N3 Metastasen in 7 oder mehr regionären Lymphknoten

MX Fernmetastasen können nicht beurteilt werde
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen

CT Thorax/Abdomen

Die Computertomografie kann beim Staging des Ösophaguskarzinoms vom Tumor befallene Lymphknoten und eventuell vorliegende Fernmetastasen erkennen.

Ösophagus-CA

Plattenepithel-CA Ösophagus

FDG-PET

Eine Positronenemmisonstomografie mit Fluorodeoxyglukose bietet vor allem in Kombination mit einem CT zusätzliche Genauigkeit bei der Detektion von befallenen Lymphknoten oder Fernmetastasen1

Optionale Untersuchungen

    • Bronchoskopie zum Ausschluss einer ösophagobronchialen Fistel
    • Staging-Laparoskopie zum Ausschluss einer Peritonealkarzinose
    • Untersuchungen zur Risikostratifizierung

 

  • Tumormarker nur im Verlauf (Platte: SCC, Adeno: CEA)

Literaturangaben

  1. Kato H, Miyazaki T, Nakajima M, Takita J, Kimura H, Faried A, Sohda M, Fukai Y, Masuda N, Fukuchi M, Manda R, Ojima H, Tsukada K, Kuwano H, Oriuchi N, Endo K. The incremental effect of positron emission tomography on diagnostic accuracy in the initial staging of esophageal carcinoma. Cancer. 2005 Jan 1;103(1):148-56. PMID: 15558794.

Anamnese & Klinik

August 5, 2011admin0

Symptomatik

Beim Ösophaguskarzinom gibt es unerfreulicher weise keine Frühsymptome. Die meisten Patienten berichten über Schluckstörungen, also Dysphagie. Diese tritt meistens erst auf, wenn ca. 2/3 des Lumens der Speiseröhre verlegt sind. Somit ist die Dysphagie ein Spätsymptom des Ösophaguskarzinoms.

Da es meist das einzige Zeichen ist, spricht man auch vom Leitsymptom Dysphagie. Natürlich ist das ein unspezifisches Zeichen und die Liste der möglichen Differentialdiagnosen entsprechend lang. Dennoch muss eine Dysphagie immer im Hinblick auf ein möglicherweise vorliegendes Malignom abgeklärt werden.

Differentialdiagnosen Dysphagie

 

  • Achalasie
  • Zenker-Divertikel
  • Peptische Stenose
  • GERD
Refluxösophagitis

Refluxösophagitis

Refluxösophagitis

Short-Barrett-Ösophagus

Refluxösophagitis

Narrow-Band-Imaging

Plattenepithel-CA

Plattenepithel-CA

Endoskopie-Beispielbilder

mit freundlicher Genehmigung Albertinen-Krankenhaus Hamburg
Andere Symptome können z.B. Gewichtsverlust, Globusgefühl, Regurgitation oder retrosternale Schmerzen sein. Ein tastbarer Tumor oder Lymphknotenbefunde sprechen ebenso wie eine eventuell aufgetretene Heiserkeit für einen fortgeschrittenen Befund.

Vor dem Hintergrund, dass es keine sicheren Frühsymptome gibt und Ösophaguskarzinome auf Grund der stark ausgebildeten lymphatischen Drainage des Ösophagus, die unmittelbar unter der Mukosa beginnt, frühzeitig lymphatisch metastasieren, ist es nachvollziehbar, dass ein hoher Anteil der Patienten bei Erstdiagnose bereits Lymphknotenmetastasen aufweist.

Die unspezifischen Beschwerden der Patienten leiten oft in die falsche Richtung, so dass die Diagnose Ösophaguskarzinom nicht selten ein Zufallsbefund darstellt. Oftmals werden Adenokarzinome auch im Rahmen von Überwachungsprogrammen bei bekanntem Endobrachyösophagus bei regelmäßig wiederholten Biopsien diagnostiziert. Entsprechend der Pathogenese gibt es Hinweise, dass ein solches Surveillance-Programm nicht nur für Patienten mit bekanntem Barrett-Ösophagus sinnvoll ist, sondern auch für Patienten mit langjährig bestehender Achalasie, Verätzungsstrikturen oder Plattenepithel-Karzinomen im HNO-Bereich.

Risikoanalyse

Aufgrund der Ätiologie leiden Patienten mit einem Ösophagus-Karzinom in der Regel an zahlreichen Nebenerkrankungen. Beim Plattenepithel-CA steht dabei in erster Linie der langjährige Nikotin- und Alkoholabusus im Vordergrund. Die Leberfunktion und vor allem der möglicherweise fortgesetzte Alkoholkonsum sind besonders wichtige Faktoren, die das Risiko eines operativen Eingriffs beeinflussen können.

Ein postoperativ auftretendes Alkoholenzugsdelir erhöht die Letalität eines Eingriffs um ca. 50 %!

Auch eine manifeste Leberzirrhose verschlechtert das Outcome der Patienten wesentlich. Sie ist unter Umständen präoperativ schwer zu objektivieren, nötigenfalls sollte die Klassifizierung unter Verwendung aller zur Verfügung stehenden Mitteln erzwungen werden, im Zweifelsfall auch mittels Leberbiopsie. Patienten mit einem Plattenepithel-Ca sind nicht selten unter- bzw. fehlernährt. Diese Malnutrition gilt es im Vorfeld zu erkennen und zu behandeln bzw. bei der Wahl der Therapiestrategie mit zu berücksichtigen. Die obstruktive Lungenerkrankung, die oft mit einem Plattenepithelkarzinom einhergeht, lässt sich leicht mit einer Lungenfunktion objektivieren. Dies sollte unbedingt vor einer möglichen Thorakotomie erfolgen.

Patienten mit einem Adeno-CA sind in der Regel eher übergewichtig und leiden an einer KHK. Hier sind die kardiovaskulären Risikofaktoren vorrangig zu überprüfen.

Auch die Compliance der Patienten geht in die Risikoeinschätzung mit ein. Zur besseren Vergleichbarkeit haben sich verschiedene Scoring-System herausgebildet, um der Therapieentscheidung ein möglichst objektives Fundament zu geben.1

Plattenepithel-CA Adeno-CA
Alkoholabusus KHK
Nikotinabusus Übergewicht
COPD GERD
Leberfunktionsstörung
Malnutrition

Vereinfachtes Risiko-Score-System2

(nach Bartels et al 1998)
 
Parameter Punktwert Score präoperativ Wichtungsfaktor Minimum Score Maximum Score
Allgemeinzustand 1-2-3 4 4 12
Kardiale Funktion 1-2-3 3 3 9
Leberfunktion 1-2-3 2 2 6
Lungenfunktion 1-2-3 2 2 6
Summe 11 33
1= normal 2=leichte Einschränkung 3=schwere Einschränkung

Ab einem Gesamtscore von 21 ist das Risiko deutlich erhöht, die OP-Indikation sollte sehr streng gestellt werden.


Literaturangaben

  1. Bartels H, Stein HJ, Siewert JR. Risk analysis in esophageal surgery. Recent Results Cancer Res. 2000;155:89-96. PMID: 10693241.
  2. Bartels H, Stein HJ, Siewert JR. Preoperative risk analysis and postoperative mortality of oesophagectomy for resectable oesophageal cancer. Br J Surg. 1998 Jun;85(6):840-4. PMID: 9667720.

Oberer Gastrointestinaltrakt

August 1, 2011admin0

Die Standarddiagnostik des oberen Gastrointestinaltraktes ist die Endoskopie. Mit ihr lässt sich die Speiseröhre, der Magen und ein Großteil des Duodenums beurteilen.

Neben dem makroskopischen Aspekt kann mittels Biopsie auch eine Aussage über die histologische Beschaffenheit einer Läsionen getroffen werden.

Szirrhöser Tumor

Peptisches Ulkus

Forrest-1a-Blutung

Ösophagitis °II

Ösophagitis °II

Barrett-Ösophagus

Barrett-Ösophagus

Plattenepithel-CA

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Albertinen-Krankenhaus in Hamburg

Anatomische Grundlagen

Krankhaftes Übergewicht wird mehr und mehr zum globalen Problem.
Wirkungsvolle chirurgische Eingriffe stehen zur Verfügung…

Ösopahgus-CA

Das Ösophaguskarzinom ist eine Herausforderung für den erfahrenen Viszeralchirurgen. Die Therapie ist heute in multimodale Konzepte mit neoadjuvanter Behandlung eingebunden, trotzdem ist die radikale chirurgische Resektion der wichtigste Schritt in der Behandlung des Ösophaguskarzinom.

Es existieren zwei Haupt-Typen: Das Plattenepithel- und das Adeno-Karzinom. Letzteres zeigt eine steigende Inzidienz. Die Ursachen der beiden Typen sind ebenso verschieden wie die Komorbiditäten, die Patienten zusammen mit dieser Erkrankung typischerweise aufweisen.

Essentiell für eine leitliniengerechte Therapie mit optimalen Outcome ist neben der exakten Stadienbestimmung des Tumors auch die Risikoabschätzung für den Patienten. Zum Staging werden neben Endoskopie auch der endoskopisch gestützte Ultraschall, die CT und in Ausnahmefällen auch die PET-CT eingesetzt.

Schlüssel zum Erfolg und zur optimalen Prognose für den Patienten ist die radikale Resektion mit systematischer Lymphadenektomie.
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magen-CA
GERD
Ulcus

Achalasie

Divertikel

Perforation

Verätzung








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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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