Hyperparathyreoidismus
Pyhsiologie
Hypercalciämie
Das Kalzium ist im Körper einer strengen Regulierung unterworfen, da eine Über- oder Unterversorgung starke Symptome hervorrufen kann. Hypokalziämie, die z.B. nach einer Operation an der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse auftreten kann, verursacht Muskelkrämpfe und Kribbelparästhesien. Eine Erhöhung des Calciums kann zu Nierensteinen oder kardialen Beschwerden führen.
Symptomatik
Die klassische Trias „Stein-, Bein-, Magenpein“ tritt selten in vollem Umfang auf, dennoch sollten genaue diese Symptome im Anamnesegespräch geprüft werden. Mit Steinleiden sind dabei in erster Linie Nieren- und Harnleitersteine gemeint, die sich durch die erhöhte Kalziumkonzentration im Blut und im Urin bilden können. Knochenschmerzen können durch die ständige Mobilisierung von Calcium verursacht werden und die Magenschmerzen schließlich könnten für eine erosvie Gastritis sprechen oder ein Magenulcus, verursacht durch die erhöhte Ausschüttung von Gastrin, die durch das Kalzium verursacht wird.
Einteilung
Man unterscheidet ätiologisch drei Typen des Hyperparathyreoidismus. Beim primären Hyperparathyreoidismus ist ein Adenom einer oder selten auch mehrerer Nebenschilddrüsen ursächlich für die Erhöhung des Parathormonspiegels.
Bei der sekundären Form ist meistens ein Nierenleiden für das Krankheitsbild verantwortlich, z.B. eine chronische Niereninsuffizienz oder ein dialysepflichtiges Nierenversagen. Dadurch geht renal soviel Kalzium verloren, dass die Nebenschilddrüsen ständig aktiviert werden und letztlich hyperplasieren, so dass sie in ihrer Gesamtheit zu viel Parathormon produzieren, ohne dass eine einzelne Drüse dies verursachen würde.
Besteht ein sekundärer Hyperparathyreoidismus über längere Zeit, kann sich in einer oder in mehreren Nebenschilddrüsen ein Adenom bilden, in diesem Fall spricht man von einem tertiären Hyperparathyreoidismus.
Primärer HPT
Entstehung
Erkankung der Nebenschilddrüse mit primärer Überproduktion von Parathormon
Laborveränderungen
PTH↑, Ca++↑Phosphat↓
Anatomie
Nebenschilddrüsenadenom
ca. 15% Hyperplasie aller
vier Nebenschilddrüsen
Nebenschilddrüsenadenome
<1% Nebenschilddrüsen-
karzinome
Sekundärer HPT
Entstehung
Sekundäre Überproduktion von Parathormon durch Absinken des Ca
Laborveränderungen
PTH↑, Ca++↓
Anatomie
4-Drüsen-Hyperplasie
Tertiärer HPT
Entstehung
Erhöhter Ca
Laborveränderungen
PTH↑, Ca++↑
Anatomie
Adenom
oder
Hyperplasie
Diagnostik
Bezüglich der Lokalisation eines Nebenschilddrüsenadenoms kann die Sonografie hilfreich sein, wobei es für den Untersucher insbesondere bei knotig veränderter Schilddrüse schwer sein kann, ein Adenom davon abzugrenzen. Als weitere Lokalisationsdiagnostik steht die Szintigrafie
Die seitengetrennte Blutabnahme aus den Halsvenen und anschließende Hormonbestimmung ist ein weiterer Versuch, die Lokalisation einzugrenzen.
Am verlässlichsten ist jedoch die intraoperative Lokalisation, was natürlich eine komplette Freilegung aller Nebenschilddrüsen voraussetzt. Wenn präoperativ zwei verschiedene Untersuchungsverfahren eine identische Lokalisation angegeben haben, ist es gerechtfertigt, über dieser Stelle einen minimal-invasiven Zugang zu wählen und die Operation so über einen nur ca. 1 cm großen Schnitt durchzuführen.
Operation
Fällt der Wert auf 10% des Ausgangswertes ab, kann davon ausgegangen werden, dass das Adenom erfolgreich entfernt wurde und die Operation beendet werden kann. Andernfalls müssen die anderen Epithelkörperchen ebenfalls freigelegt und begutachtet werden.
Bei einem primären Hyperparathyreoidismus ist das Ziel der Operation, das Adenom zu finden und zu entfernen. Die restlichen Nebenschilddrüsenkörperchen müssen nicht zwingend
Bei einem sekundären HPT sind alle Nebenschilddrüsen verantwortlich für die Erhöhung des Parathormons. Daher kann nicht ein einzelnes davon entfernt werden. Alle Epithelkörperchen zu entfernen wäre auch nicht gut, da ein absoluter Hypoparathryreoidismus die Folge wäre. Es müssen daher 3 ½ Drüsen entfernt oder alternativ alle vier entfernt und ein Teil einer Drüse replantiert werden. Dabei erfolgt eine
Das Vorgehen beim tertiärem HPT entspricht dem des sekundären HPT, wobei natürlich darauf geachtet werden sollte, dass nicht das adenomatös veränderte Epithelkörperchen replantiert wird.
Endokrine Chirurgie
Mit dem Ultraschall kann man die Größe der Schilddrüse bestimmen und Knotenbefunde erheben.
Neben der Anzahl und Lokalisation der Knoten kann etwas über ihre Beschaffenheit ausgesagt werden und das Binnenechomuster. Dies kann erste Hinweise auf die Dignität eines Befundes liefern…Weiterlesen
Mit Hilfe von Technetium-Pertechnetat kann die Stoffwechselaktivität eines auffälligen Befundes beurteilt werden…Weiterlesen
Die endgültige Dignität kann nur durch den Pathologen festgelegt werden…Weiterlesen
Patientenbeispiel
Bei dieser jungen Frau wurde ein adrenales Cushing-Syndrom festgestellt. Die Diagnosenstellung gelang nach einer längeren Odyssee letztlich im CT. Unten sehen sie das CT-Bild des Nebennierenadenoms.
Rechts sehen Sie die Patientin unmittelbar vor der laparoskopischen Adrenalektomie und 6 Monate danach.
Eindrucksvoll ist die Rückbildung des ausgeprägten Vollmondgesichts und des Stiernackens.
Lesen Sie mehr über Morbus Cushing…
Struma benigna
Schilddrüsen-CA
Nebenschilddrüsen
Hyperthyreose
Nebenniere









