eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Magenkarzinom

September 10, 2011admin0

Einleitung

Im Gegensatz zu asiatischen Ländern, allen voran Japan, nimmt die Inzidienz des Magenkarzinoms in Westeuropa eher ab.

Dennoch gehört es mit Rang 5 bei den Männern und Rang 6 bei den Frauen zu den häufigeren Krebserkrankungen. Nicht zuletzt wegen der immer noch unbefriedigenden Gesamtprogonose mit einer 5-Jahresüberlebensrate von 20-30% ist es aber weiterhin einer der häufigsten malginombedingten Todesursachen. Die Therapiestrategie basiert heute auf einem multimodalen Konzept, in dem der Viszeralchirurgie eine entscheidende Rolle zukommt.

In Japan ist die Inzidenz des Magenkarzinoms etwa um den Faktor 5 höher als in der westlichen Welt.
Dies hat dazu geführt, dass in Japan sehr gute Screeningprogramme verfügbar sind, die vor allem Frühformen eines Magenkarzinoms sicher entdeckten können. Daher ist auch die Inzidenz der Magenfrühkarzinome in Japan deutliche höher.

Hierzulande würde sich ein Screeningprogramm auf Grund der deutlich niedrigeren Inzidenz nicht sinnvoll umsetzen lassen und wird von der S3-Leitlinie auch nicht empfohlen.

Einteilung des Magenkarzinoms

Lokalisation

Nach der Lokalisation lassen sich Magenkarzinome des distalen Drittels, des mittleren Drittels und des proximalen Drittels unterscheiden. Letztere zeigen eine steigende Inzidenz, meist sind die Karzinome jedoch im Antrumbereich lokalisiert. Die Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs werden nach der AEG-Klassifikation in distale Ösophaguskarzinome (AEG I), Kardiakarzinome (AEG II) und subkardiale Karzinome (AEG III) eingeteilt. Dies hat bei der Wahl des Operationsverfahren entscheidende Auswirkung auf das Resektionsausmaß. AEG III-Tumoren erfordern eine Gastrektomie, AEG II-Tumore eine transhiatal erweiterte Gatrektomie und AEG-I-Befunde eine Ösopagusresektion.

Makroskopie

Aufgrund des makroskopischen Eindrucks kann das Magenkarzinom nach der Klassifikation von Borrmann in 4 Typen unterschieden werden, die aber klinisch eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Intestinaler Typ

Diffuser Typ

Histologie

Wichtiger ist die histologische Einteilung der Tumore. Die WHO sieht eine Einteilung in 8 verschiedene Typen vor, wobei die Adenokarzinom den überwiegenden Hauptanteil ausmachen.
Die Klassifikation nach Laurén geht auf das Jahr 1965 zurück1. Sie sieht eine Einteilung in die beiden histologischen Haupttypen des Magenkarzinoms vor, den intestinalen Typ und den diffusen Typ

Intestinaler Typ

Der intestinale Typ ist makroskopisch in der Regel gut begrenzt, wächst eher kontinuierlich und zeigt unter dem Mikroskop ein drüsenartig differenziertes Bild, das an intestinale Schleimhaut erinnert. Da diese Form bei bestimmten Altersgruppen und Regionen häufiger vorkommt, wird sie auch epidemische Form genannt.

Diffuser Typ

Da dieser Typ eher von genetischen Faktoren als von den Lebensumständen beeinflusst wird, wird er auch als endemischer Typ bezeichnet. Er ist makroskopisch schlechter abzugrenzen und wächst histologisch diffus mit weit verstreuten Tumorzellen. Durch die diffuse Ausbreitung lässt sich vom makroskopischen Aspekt nicht sicher auf die Tumorränder schließen, daher ist beim diffusen Typ ein größerer Sicherheitsabstand einzuhalten.

Differenzierung

Schließlich lassen sich Magenkarzinome auch nach der Differenzierzung in 4 Typen einteilen von G1=gut differenziert über G2=mäßig und G3=schlecht bis zu G4=entdifferenziert.

Ätiologie

Risikofaktoren für die Entstehung eines Magenkarzinoms sind eine chronische Besiedelung mit Helicobacter pylori, eine chronisch atrophe Gastritis vom Typ A, ein hoher Nitrigehalt in der Nahrung (mit der Magensäure entstehen Nitrosamine), ein Magengeschwür oder ein voroperierter Magen (Magenstumpfkarzinom bei Z.n. BII-Resektion).

Die Vermutung, bestimmte Ernährungsgewohnheiten könnten die Entstehung eines Magenkarzinoms begünstigen, werden durch die Beobachtung japanischer Emigranten unterstützt. Wenn diese westliche Ernährungsgewohnheiten annehmen, sinkt die Inzidenz drastisch ab. Bleiben sie allerdings auch in ihrer neuen Heimat beim gewohnten Ernährungsstil, bleibt die Inzidenz unverändert hoch.

Eine seltene Präkanzerose stellt der Morbus Ménétrier da, eine sog. Riesenfaltengastritis, bei der häufig eine begleitende Besiedlung mit HP zu finden ist und die in 10% der Fälle zum Magenkarzinom fortschreitet.

Helicobacter pylori





Ulcuskrankheit

September 8, 2011admin0

Einleitung

Bis in die 1970er Jahre wurden chirurgische Eingriffe zur Behandlung von Magen- und Duodenalulcera häufig durchgeführt. Seit der Einführung wirksamer Medikamente zur Unterdrückung der Magensäure und der Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori durch die beiden Australier Barry Marshall und John Robin Warren ging diese Form der Chirurgie drastisch zurück.

„Ohne H.P. oder Schädigung durch NSAR kein Ulcus“

Sie stellt heute nur noch eine Therapiealternative bei Nichtansprechen der medikamentösen Therapie dar. Für Ihre Entdeckung und der Beschreibung der Pathomechanismen, die bei einer Helicobacter-Besiedelung die Entstehung einer Gastritis und von Ulcera begünstigt, wurden sie 2005 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Das als „Schwarz’es Dictum“ bekannt gewordene Postulat: „Ohne Säure kein Ulcus“ (Karl Schwarz, 1910) hatte lange seine Gültigkeit behalten. Heute kann man eher feststellen: „Ohne H.P. oder Schädigung durch NSAR kein Ulcus“ (Günter J. Krejs, Graz, 2000)

John Robin Warren & Barry Marshall

Ätiologie

Der wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung eines Ulcus ist die einen Besiedelung mit Helicobacter pylori. Ein Ulcus, also ein Schleimhautdefekt über die Muskularis mucosae bis in tiefere Wandschichten, entsteht durch die Dysbalance von aggressiven und schleimhautprotekiven Faktoren. Der schädigenden Wirkung der Magensäure und des Pepsins steht die sog. Mukosabarriere gegenüber, die im wesentlichen aus der Schleimschicht besteht, die über dem Epithel des Magens liegt und der Sekretion aus Bikarbonat besteht. Durch die Besiedlung mit Helicobacter wird die Epithelfunktion gestört und die Barriere gegen die schädigende Wirkung der Säure bricht zusammen. Das Risiko ein Ulcus zu entwickeln ist für Patienten mit Helicobacter bis zu 10fach höher.

H.pylori durchbricht die Schleimschicht des Magens und setzt sich auf der Oberfläche der Epithelzellen fest

Durch Spaltung von Harnstoff durch das Enzym Urease entsteht Ammoniak, welches die Salzsäure neutralisiert und das Bakterium dadurch schützt

Es folgt die Proliferation und Migration, was schließlich zum infektiösen Fokus führt

Das Ulcus wird durch Zerstörung der Mukosa, Entzündungs und Absterben der Mukosazellen erzeugt
Dass die Ulcusentstehung aber ein multifaktorielles Geschehen ist, wird deutlich, wenn man sich die hohe Durchseuchung der Bevölkerung mit Helciobacter vor Augen führt. Die Prävalenz der Helicobacter-Besiedelung dürfte bei 30-60% liegen, die der Ulcuskrankheit aber nur bei etwa 2 %.

Die Säureproduktion findet im Magen hauptsächlich im Antrum statt. Verantwortlich dafür sind die Belegzellen, die über eine Protonenpumpe für eine Anreichung des Magens mit H+-Ionen und Absenkung des PH-Wertes sorgen. Stimuliert werden die Belegzellen durch Gastrin und direkt durch Äste des Nervus vagus. Aber auch Histamin kann die Belegzellen zur Säureproduktion anregen.

Lokalisation

Ulcus ventriculi

Typischerweise sind Magenulcera an der kleinen Kurvatur lokalisiert, am Übergang vom Korpus zum Antrum des Magens. Prinzipiell muss jeden Magenulcera histologisch abgeklärt werden und zwar durch Biopsien aus dem Ulcusgrund und dem Rand des Ulcus, da sich ein ulceriertes Magenkarzinom dahinter verbergen könnte.

Besonders verdächtig sind dabei atypisch lokalisierte Geschwüre. Nach ihrer Lokalisation lassen sich 3 verschiedene Typen nach Johnson unterscheiden. Das kleinkurvaturseitige Ulcus in loco typico (Johnson I), die Kombination von Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi (Johnson II) und präpylorische Ulcera (Johson III). Ulcera im Fundus des Magens sind sehr selten und sprechen für eine antrumartige Veränderung der dortigen Schleimhaut.

Ulcus duodeni

Im Vergleich zum Magenulcus tritt das Duodenalulcus wesentlich häufiger auf. Meist ist es im Bulbus duodeni lokalisiert, also dem Bereich unmittelbar nach dem Pylorus. Weiter distal gelegene Ulcera im Duodenum können wegweisend sein für ein Zollinger-Ellison-Syndrom.

Dabei wird durch einen Gastrin-produzierenden Tumor, der meist im Pankreas oder Duodenum lokalisiert ist, die Magensäureproduktion massiv angeregt. Kombiniert ist diese Hyperazidität mit atypisch lokalisierten Duodenalulcera. Zur Diangostik dient neben den Standardverfahren die Bestimmung des Gastrin-Serumwertes.

Einteilung nach Johnson




Oberer Gastrointestinaltrakt

August 1, 2011admin0

Die Standarddiagnostik des oberen Gastrointestinaltraktes ist die Endoskopie. Mit ihr lässt sich die Speiseröhre, der Magen und ein Großteil des Duodenums beurteilen.

Neben dem makroskopischen Aspekt kann mittels Biopsie auch eine Aussage über die histologische Beschaffenheit einer Läsionen getroffen werden.

Szirrhöser Tumor

Peptisches Ulkus

Forrest-1a-Blutung

Ösophagitis °II

Ösophagitis °II

Barrett-Ösophagus

Barrett-Ösophagus

Plattenepithel-CA

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Albertinen-Krankenhaus in Hamburg

Anatomische Grundlagen

Krankhaftes Übergewicht wird mehr und mehr zum globalen Problem.
Wirkungsvolle chirurgische Eingriffe stehen zur Verfügung…

Ösopahgus-CA

Das Ösophaguskarzinom ist eine Herausforderung für den erfahrenen Viszeralchirurgen. Die Therapie ist heute in multimodale Konzepte mit neoadjuvanter Behandlung eingebunden, trotzdem ist die radikale chirurgische Resektion der wichtigste Schritt in der Behandlung des Ösophaguskarzinom.

Es existieren zwei Haupt-Typen: Das Plattenepithel- und das Adeno-Karzinom. Letzteres zeigt eine steigende Inzidienz. Die Ursachen der beiden Typen sind ebenso verschieden wie die Komorbiditäten, die Patienten zusammen mit dieser Erkrankung typischerweise aufweisen.

Essentiell für eine leitliniengerechte Therapie mit optimalen Outcome ist neben der exakten Stadienbestimmung des Tumors auch die Risikoabschätzung für den Patienten. Zum Staging werden neben Endoskopie auch der endoskopisch gestützte Ultraschall, die CT und in Ausnahmefällen auch die PET-CT eingesetzt.

Schlüssel zum Erfolg und zur optimalen Prognose für den Patienten ist die radikale Resektion mit systematischer Lymphadenektomie.
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magen-CA
GERD
Ulcus

Achalasie

Divertikel

Perforation

Verätzung








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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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