eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Upper-GIT

September 15, 2011admin0

GERD

August 27, 2011admin1

Refluxerkrankung

Die gastroösophageale Refluxerkrankung oder GERD kann mittlerweile als Volkskrankheit angesehen werden, bis zu 10% der deutschen Bevölkerung leiden unter chronischem Sodbrennen, dem Hauptsymptom dieser Erkrankung. Neben der Reduzierung der Lebensqualität erhöht der chronische Reflux von Magensäure und Gallensalze wesentlich das Risiko, ein Adeno-Karzinom des distalen Ösophagus zu entwickeln. 1

Dabei ist nicht jeder Reflux als pathologisch anzusehen. Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre ist in gewissen Ausmaßen physiologisch und tritt bei jedem Menschen z.B. nach der Nahrungsaufnahme auf. Die Definition der Refluxerkrankung ist daher die Veränderung der Ösophagusschleimhaut durch unphysiologisch langen Reflux von Magensäure oder Gallenflüssigkeit.

Volkskrankheit Reflux

Pathogenese

Die häufigste primäre Ursache ist eine Inkompetenz des unteren Ösophagussphinkters, wobei dieser nicht durch einen Sphinkter im klassischen Sinn gebildet wird, sondern durch schräge und semizirkuläre Muskelfasern im Bereich des gastroösophagealen Übergangs. Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Reflux von Mageninhalt verhindert, ist der sog. His’sche Winkel. Dieser wird gebildet durch den distalen Ösophagus und den Magenfundus.

Normalerweise ist dieser Winkel spitz. Durch anatomische Veränderungen kann dieser Winkel abflachen und stumpf werden, was wiederum das Auftreten von Reflux begünstigt.

Eine Hiatushernie, also eine Aufweitung des Hiatus ösophageus und das Nachrutschen des Magens in den Thorax liegt oft zusammen mit einer Refluxerkrankung vor. In wie weit axiale Hiatushernien ursächlich sind für die Entstehung von Reflux, ist umstritten. Wahrscheinlich sind sie nicht ursächlich, verstärken aber das Krankheitsbild. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Reflux auch ohne Hiatushernien auftritt und umgekehrt.

Die sekundären Formen des Reflux werden durch andere organische Erkrankungen verursacht, z.B. ein Cardiakarzinom, Pylorus- oder Dudodenalstenose. Auch eine Kariomyotomie zur Behandlung der Achalasie hat einen Reflux zur Folge, daher sollte diese Art der Operation auch immer mit einer Maßnahme zur Verhinderung des Reflux kombiniert werden. Begünstigt wird das Auftreten von Reflux auch durch den erhöhten intraabdominellen Druck bei Übergewicht oder Schwangerschaft und nicht zuletzt auch durch die Essgewohnheiten. Alkohol, Schokolade und fettreiche Speisen beispielsweise fördern den Reflux.

Thoraxmagen

Die Maximalvariante einer paraösophagealen Hernie ist der Thoraxmagen. Dabei rutscht ein Teil oder der gesamte Magen durch den Zwerchfellbruch in den Thorax. Man spricht auch vom “upside-down-stomach”. Das Beschwerdebild der Patienten ist durch thorakale Enge, Druckgefühl, Dysphagie und Atemnot geprägt. Unbehandelt kann sich die Situation zu einem noch extremeren Befund ausweiten, dem Enterothorax, bei dem neben dem Magen auch andere abdominelle Organe wie z.B. das Kolon in den Brustkorb rutschen.

Pathopyhsiologie

Besteht der Reflux über einen längeren Zeitraum, kann es zu Veränderung des Plattenepithels der Speiseröhre kommen. Die Refluxösophagitis ist die Folge eine fortdauerenden Reflux. Mikroskopisch ist sie durch Infiltration der Lamina propria durch Granulozyten gekennzeichnet, makroskopisch erkennt man Ulzerationen und Epitheldefekte. Nach Savary und Miller unterscheidet man endoskopisch vier Krankheitsstadien:

Ösophagitis °I

Ösophagitis °I

Ösophagitis °III

Ösophagitis °III

Ösophagitis °II

Ösophagitis °II

Ösophagitis °IV

Ösophagitis °IV

I – Eine oder mehrere nicht konfluierende Schleimhautläsionen        mit Rötung und Exsudation
II – Konfluierende erosive und exsudative Läsionen, die noch           nicht die gesamte Zirkumferenz des Ösophagus einnehmen
III – Die Läsion auf der gesamten Zirkumferenz des Ösophagus
IV – Ulcus oesophagei, Barrett-Ösophagus, Strikturen und                 andere chronische Schleimhautläsionen

 

Diese Endoskopiebilder wurden freundlicherweise vom Alberinenkrankenhaus in Hamburg zur Verfügung gestellt.

Metaplastische Umwandlung

Bei der Abheilung dieser Epitheldefekte kann es vorkommen, dass das Plattenepithels des Ösophagus durch Zylinderepithel wie in der Magenschleimhaut ersetzt wird. Man spricht von Zylinderepithelnarben oder Zylinderzellersatz. Das ist die Grundlage für die Bildung eines Endobrachyösophagus, also einer histologischen Verkürzung des Ösophagus durch Überwucherung mit Zylinderepithel.
Der Begriff Barrett-Ösophagus, der synonym verwendet wird, ist allerdings geläufiger. Man unterscheidet dabei weiter eine kurzsstreckige (3cm) Veränderung, die auch short-segment bzw. long-segment barrett genannt wird.

Es gilt die Faustregel, dass ca. 10% aller Patienten mit chronischem Reflux eine Barrett-Metaplasie entwickeln. Davon laufen wiederum 10% der Patienten Gefahr, ein invasives Barrett-CA zu entwickeln. Die Wertigkeit einer Antireflux-Operation hinsichtlich der Verhinderung dieser Entwicklung ist fraglich. Möglicherweise wird die Indikation hierzu zu spät gestellt, auf jeden Fall ist eine einmal eingetretene metaplastische Veränderung nicht mehr rückgängig zu machen. 2
Das Ausmaß der Relfuxösophagitis und deren Schwere wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Zum einen spielt die Dauer des Reflux und damit die Einwirkungszeit der schädigenden Noxen eine wichtige Rolle. Die Qualität des Reflux ist aber ebenso entscheidend. Die Salzsäure alleine reicht aus, eine Ösophagitis auszulösen. Gallensäuren verstärken diesen Prozeß und können sogar bei völligem Fehlen von Magensäure im Magensaft (Achlorhydrie) zu einer Entzündung und Veränderung der Speiseröhre führen.
Die Dauer des Refluxes wird durch Schutzmechanismen der Speiseröhre beeinflusst. So bewirkt normalerweise ein Übertreten von Mageninhalt in den Ösophagus eine Welle von Kontraktionen, die den Reflux rasch zurück in den Magen befördern. Bei der manifesten Refluxerkrankung verhindert das Auftreten von sog. tertiären Kontraktionen diese Selbstreinigungsfunktion. Eine verzögerte Magenentleerung kann ebenfalls mit verlängertem Reflux einhergehen.

Literaturangaben

  1. Lagergren J, Bergström R, Lindgren A, Nyrén O. Symptomatic gastroesophageal reflux as a risk factor for esophageal adenocarcinoma. N Engl J Med. 1999 Mar 18;340(11):825-31. PMID: 10080844.
  2. Lagergren J, Ye W, Lagergren P, Lu Y. The risk of esophageal adenocarcinoma after antireflux surgery. Gastroenterology. 2010 Apr;138(4):1297-301. PMID: 20080091.

Oberer Gastrointestinaltrakt

August 1, 2011admin0

Die Standarddiagnostik des oberen Gastrointestinaltraktes ist die Endoskopie. Mit ihr lässt sich die Speiseröhre, der Magen und ein Großteil des Duodenums beurteilen.

Neben dem makroskopischen Aspekt kann mittels Biopsie auch eine Aussage über die histologische Beschaffenheit einer Läsionen getroffen werden.

Szirrhöser Tumor

Peptisches Ulkus

Forrest-1a-Blutung

Ösophagitis °II

Ösophagitis °II

Barrett-Ösophagus

Barrett-Ösophagus

Plattenepithel-CA

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Albertinen-Krankenhaus in Hamburg

Anatomische Grundlagen

Krankhaftes Übergewicht wird mehr und mehr zum globalen Problem.
Wirkungsvolle chirurgische Eingriffe stehen zur Verfügung…

Ösopahgus-CA

Das Ösophaguskarzinom ist eine Herausforderung für den erfahrenen Viszeralchirurgen. Die Therapie ist heute in multimodale Konzepte mit neoadjuvanter Behandlung eingebunden, trotzdem ist die radikale chirurgische Resektion der wichtigste Schritt in der Behandlung des Ösophaguskarzinom.

Es existieren zwei Haupt-Typen: Das Plattenepithel- und das Adeno-Karzinom. Letzteres zeigt eine steigende Inzidienz. Die Ursachen der beiden Typen sind ebenso verschieden wie die Komorbiditäten, die Patienten zusammen mit dieser Erkrankung typischerweise aufweisen.

Essentiell für eine leitliniengerechte Therapie mit optimalen Outcome ist neben der exakten Stadienbestimmung des Tumors auch die Risikoabschätzung für den Patienten. Zum Staging werden neben Endoskopie auch der endoskopisch gestützte Ultraschall, die CT und in Ausnahmefällen auch die PET-CT eingesetzt.

Schlüssel zum Erfolg und zur optimalen Prognose für den Patienten ist die radikale Resektion mit systematischer Lymphadenektomie.
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magen-CA
GERD
Ulcus

Achalasie

Divertikel

Perforation

Verätzung








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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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