eLearning Chirurgie

Prof. Germer, Univ. Klinik Würzburg

Benigne Leberläsionen

Oktober 16, 2011admin0

Hämangiome

Die häufigste gutartige Veränderung in der Leber ist das Hämangiom. Es kann in praktisch jedem Lebensalter auftreten und liegt oft in multipler Form vor. Die Diagnose wird meistens eher zufällig gestellt weil ein Hämangiom selten Schmerzen bereitet, erst wenn es sehr groß wird kann es symptomatisch werden.

Im kontrastmittelverstärkten CT zeigt sich ein typisches „Irisblenden-Phänomen“. Die Füllung des Tpyisches Zeichen: IrisblendenphänomenHämangioms mit Kontrastmittel beginnt klassischerweise vom Rand aus, so das diese Erscheinung pathognomonisch für ein Hämangiom ist.

Da ein Hämangiom nicht maligne entartet, wird die Indikation zur Operation eher zurückhaltend gestellt. Nur wenn durch Verdrängungserscheinungen Symptome auftreten oder bei einem Riesenhämangiom eine Rupturgefahr besteht, sollte man eine Resektion in Erwägung ziehen.

Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)

Vor allem bei Frauen, die oral Kontrazeptiva einnehmen, kann es zur Ausbildung einer fokal nodulären Hyperplasie kommen. Diese tumorähnliche Läsion stellt aber keine maligne Entartung dar. Reseziert werden sollten ebenfalls nur große Knoten, die symptomatisch geworden sind. Ansonsten sollten in erster Linie die verursachenden Medikamente abgesetzt werden.
In der bildgebenden Diagnostik zeigt die FNH ein typisches Radspeichenmuster. Dies wird durch Tpyisches Zeichen: Radspeichenmustercharakteristische fibröse Septen verursacht, die eine zentrale sternförmige Narbe bilden. Histologisch deckt sich somit der Befund mit dem Radspeichenphänomen aus der Bildgebung.

Adenom

Auch Adenome kommen in der Leber vor. Sie sind häufig ebenfalls hormongetriggert, also durch die Einnahme von oralen Kontrazeptiva mit ausgelöst.

Da eine maligne Entartung nicht ausgeschlossen werden kann, besteht zumindest bei einer Größenprogredienz des Befundes eine Operationsindikation.

Leberabszesse

Eiteransammlungen in der Leber können in der Bildgebung ebenfalls als Raumforderungen imponieren, wobei sie selten asymptomatisch verlaufen. Sie sind häufig verbunden mit starkem Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost und Zeichen der Sepsis.

Als Ursache kommen am ehesten abszedierende biliäre Infektionen wie die Cholangitis infrage. Aber auf Infektionen im portalen Stromgebiet können einen Leberabszess verursachen, beispielsweise eine Sigmaperforation bei Divertikulitis. Auch eine Sepsis anderer Ursache kann einen Abszess in der Leber als Streuherd verursachen.

Wie bei allen Abszessen gilt der Grundsatz: ubi pus, ibi evacua! Jeder Abszess muss entlastet werden. Bei der Leber kann dies operativ geschehen mit der Einlage mehrerer Drainagen oder bei kleineren Befund auch radiologisch-interventionell mittels ct-gesteuerter Drainageeinlage.

Hyperthyreose

Oktober 10, 2011admin0

Morbus Basedow

Neben der iatrogenen Hyperthyreose durch exzessive Jodzufuhr beispielsweise in Form von jodhaltigem Kontrastmitteln oder bestimmten Medikamenten, kann auch ein Morbus Basedow eine Hyperthyreose auslösen.

Diese im Englischen auch als Graves Disease bezeichnete Erkrankung ist durch eine Erhöhung der Schilddrüsenhormone gekennzeichnet, deren Wirkung außerhalb der Schilddrüse liegt. Ursächlich sind Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor. Dieser wird kompetitiv besetzt und die Schilddrüse somit dauerhaft stimuliert. Es handelt sich also um eine Autoimmunerkrankung.

Symptome

Neben den bekannten Hyperthyreosezeichen wie Tachykardie, Herzrhythmusstörungen und Wärmeintoleranz kann es beim Morbus Basedow auch noch zu dem typischen Exopthalmus kommen. Dieser ist zwar nicht immer ausgebildet, ist ansonsten aber eine Blickdiagnose im wahrsten Sinne des Wortes. Das Phänomen wird durch Veränderungen des retrobulbären Fettkörpers hervorgerufen, dessen Ursache letztlich nicht ganz geklärt ist.

Exopthalmus bei Morbus Basedow

Urheber: Jonathan Trobe, M.D.
University of Michigan Kellogg Eye Center

Therapie

Die Therapie des Morbus Basedow ist in erster Linine konservativ. Durch eine medikamentöse Behandlung versucht man, die negativen Effekte der Hyperthyreose abzuschwächen, es werden z.B. Betablocker eingesetzt. Andererseits wird versucht, den Einfluss der Autoantikörper
abzuschwächen, in dem sie von den Rezeptoren verdrängt werden. Dieses „Blocken“ der Schilddrüse kann z.B. mit Carbimazol erreicht werden. Nach ca. einem Jahr wird ein Therapieauslassversuch unternommen. Nur wenn es zu einem Rezidiv kommt, oder wenn die Therapie
nicht ausreichend wirkt, kann eine operative Sanierung der Schilddrüse überlegt werden. Alternativ kann auch eine Radiojodtherapie zum Einsatz kommen. Dabei wird radioaktiv markiertes Jod appliziert, dass von der Schilddrüse aufgenommen wird und sie von innen heraus zerstört.
Schilddrüsenautonomie

Urheber: Wikipedia-User
Drahreg01

Schilddrüsen-Autonomie

Einzelne Bereiche der Schilddrüse können sich vom hypothalamisch-hypopyhsären Regelkreislauf entkoppeln und unkontrolliert Schilddrüsenhormone produzieren.

Diese autonomen Bereiche stellen sich in der Schilddrüsenszintigrafie als heiße Knoten mit erhöhter Stoffwechselaktivität dar.

Auch sie können mit einer Radiojodtherapie behandelt oder operativ entfernt werden.

Thyreoditis

Akute Thyreoditis

Auch eine Entzündung der Schilddrüse kann eine Überfunktion auslösen, besonders im akuten Stadium. Dieses meist viral bedingte Krankheitsbild kann mit einer Überwärmung, Globusgefühl und Halsschmerzen einhergehen. Man unterscheidet die akute Thyreoiditis von der subakuten und der chronischen Form.

Hashimoto-Thyreoditis

Die chronische Form wird auch als Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet. Sie verursacht meist nur zu Beginn eine Hyperthyreose, im weiteren Verlauf werden die Patienten eher hypothyreot und müssen substitutiert werden. Es kommt zu einer zunehmenden Fibrosierung der Schilddrüse, die mit einem Funktionsverlust einhergeht.

Thyreoditis de Quervain

Die subakute Form heißt auch Thyreoiditis de Quervain und geht mit einer Schwellung des Halses und starkem Krankheitsgefühl einher.
Die Therapie ist in erster Linie konservativ, nur bei mechanischen Beeinträchtigungen oder Malignitätsverdacht sollte zu einer Operation geraten werden.

Iatrogene Hyperthyreose

Auch durch übermäßige Jodzufuhr von außen kann eine Hyperthyreose verursacht werden. Dabei kommen in erster Linie jodhaltige Kontrastmittel in Frage. Aber auch einige Medikamente enthalten größere Mengen Jod, z.B. das Antiarythmikum Amiodaron. Im Extremfall kommt es zu einer thyreotoxischen Krise, die mit extrem ansteigender Körpertemperatur, Herzrhythmusstörungen und Vigilanzminderung verbunden ist. Ein Patient mit thyreotoxischer Krise muss auf die Intensivstation verlegt werden, mit Betablockern und Schilddrüsenblockern wird versucht die Symptome abzumildern. Eventuell muss ein solcher Patient intubiert und relaxiert werden, nötigenfalls muss notfallmäßig eine Tyhreoidektomie erfolgen.

Gästebuch
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Kerstin
(Donnerstag, Mai 17. 2012 02:33 PM)
Großartig! Eignet sich gerade super zur Vorbereitung aufs Staatsexamen, weil es einem hier gelingt den Überblick zu behalten!
Matthias Janssen
(Sonntag, Mai 6. 2012 02:34 PM)
Hervorragend! Vor Allem zur StEx-Vorbereitung :P
Danke!
Kät
(Sonntag, Mai 6. 2012 10:50 AM)
Vielen Dank für diese tolle Seite!
Dank der übersichtlichen Gliederung und den klar zusammengestellten Fakten konnte ich nochmal die wichtigsten Sachen innerhalb kurzer Zeit wiederholen.Klasse!
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:43 AM)
…nur eine Anmerkung zur Ulkus-Seite: “die Hauptproduktion der Säure findet im Antrum statt” ist etwas verwirrend, finden sich die Belegzellen doch in Korpus und Fundus und nur die G-Zellen im Antrum….
S.H.
(Montag, Apr 30. 2012 07:40 AM)
Lieber Herr Wierlemann,
die Seite ist genial!! Vielen herzlichen Dank, besonders der Abschnitt zum Rektum-CA ist eine reiche Quelle an Informationen!!!

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Dr. med. A. Wierlemann Oberdürrbacherstr. 6

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Email: Wierlemann_A@chirurgie.uni-wuerzburg.de

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